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Semesterprogramm
Die nächsten Veranstaltungen:
Oktober
2. Oktober 19 Uhr 00 s.t.
Dienstag Amelungenmesse woff.
Minoritenkirche
Minoritenplatz 2A, 1010 Wien
2. Oktober 20 Uhr 00 s.t.
Dienstag AHC
 
2. Oktober 20 Uhr 00 c.t.
Dienstag Budenabend
 
2. Oktober 20 Uhr 00 s.t.
Dienstag Spefuchsenempfang
 
3. Oktober 17 Uhr 00 s.t.
Mittwoch Damenzirkel
 
Bei allen Veranstaltung sind Damen und Gäste herzlich willkommen! Ausnahmen sind nur beschlußfassende Convente (BC, CC, AHC) (rot) und FCs (grau).

[ Das ganze Programm ]


Jakob Kern - Das Leben eines Heiligen im Alltag

Die hier folgenden Webseiten über den Amelungen Jakob Kern O.Praem. v. Amfortas enthält eine Sammlung von Aufsätzen, von denen einige bereits vor der Seligsprechung verfaßt wurden. Sie sollen, gemeinsam mit zahlreichen neu verfaßten Artikeln, das Leben dieses "neuen Seligen" illustrieren und helfen das Leben Jakob Kerns zu erfahren und die Motive für die Seligsprechung nachzuvollziehen.

Sie wurden in der Jakob Kern Festschrift "Jakob Kern-Ein Leben voll Freude" anlässlich des 75. Todestages des Seligen Jakob Kerns am 20. Oktober 1999 herausgegeben.

Lebenslauf DDr. Josef Zemanek, Dr. Christoph Ramoser
Bericht eines Zeitzeugen Dr. Hans Potocnik
Ein Priesterleben "...für das Volk und den Altar ..." Dr. Erwin Walter
Erinnerungen an Jakob Kern Dipl.-Ing. Friedrich Birkner
Jakob Kern - Motivation und Antrieb Univ.Prof. Dr. Helmuth Horvath
Jakob Kern - Das Leben eines Heiligen im Alltag Univ.Prof. Dr. Helmuth Horvath
Jakob Kern - Sinn im Mißerfolg DDr. Josef Zemanek

 

Jakob Kern, Urmitglied der K.O.H.V. Amelungia, Couleurname Amphortas, lebte nur kurze Zeit auf Erden - er starb 1924 im Alter von 27 Jahren.

Trotzdem war er ein Beispiel für ein Leben, sowohl nach den Prinzipien des CV als auch als Priester und Ordensmann. Er verfolgte konsequent sein Lebensziel, Priester und Seelsorger zu werden, genau nach dem Wahlspruch Amelungiae „numquam retro“. Auch wenn es manchen Umweg dorthin und auch scheinbare Sackgassen gab, waren sie für ihn kein Hindernis, sondern er sah dabei immer das Positive, und es gelang ihm stets, seinem Ziel näherzukommen.

Numquam retro

Im Jahre 1897 in Wien geboren, wuchs Franz Kern hier auf. Bereits in jungen Jahren war es für ihn ganz klar, daß er Priester werden wollte. Als Elfjähriger trat er in das erzbischöfliche Knabenseminar in Hollabrunn ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dieses Seminar ein Institut, dessen Absolventen später in Kirche, Politik, Kultur und Wirtschaft an der Spitze standen. So war z.B. Engelbert Dollfuß, F-B drei Klassen höher als Franz Kern, der Dichter Rudolf Henz war sein Mitschüler.

Dem Jahresbericht des Schuljahres 1909/1910 des fürsterzbischöflichen Knabenseminars kann man entnehmen, daß Franz Kern ein mittlerer Schüler war, aber in Religion selbstverstandlich ein „sehr gut“ hatte. Schon in der Schule faßte er den Entschluß, Priester zu werden. Im Umfeld des Knabenseminars in Hollabrunn hatte er genügend Gelegenheit, mit seinen Präfekten und Priestern darüber zu reden. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges ließ es aber vorerst anders kommen: Im Oktober 1915 mußte er die Schule verlassen, legte die Kriegsmatura ab und wurde nach Salzburg zum Militär eingezogen.

Theologie zu studieren und Priester zu werden rückte in weite Ferne. Er sah den Militärdienst als Selbstverständlichkeit für sein Vaterland an. Es mag verwundern, daß ein Maturant, der sich zum Priester berufen fühlt, den Militärdienst als Aufgabe sieht. Einerseits ist dies aus der damaligen sehr innigen Vaterlandsliebe zu verstehen, die sich auch im Liedgut des CV ausdrückt, welches um die oder vor der Jahrhundertwende entstand, wie z.B. „Wenn es gilt fürs Vaterland, dann die Klingen treu zur Hand“. Heute ist dieser Text unzeitgemäß, damals war es die gängige Einstellung zum Vaterland, welches ein großes Land war, über dessen Grenzen kaum jemand hinauskommen konnte, und es war Ehrensache, die Heimat gegen jeden Feind zu schützen. Franz Kern sah aber im Militärdienst noch eine viel größere Aufgabe in der Unterstützung seiner Kameraden im Glauben. In diesem Selbstverständnis machte er die Offiziersausbildung. An der Ortlerfront ständig mit dem Tod konfrontiert, fand er seinen Weg, damit fertig zu werden.

Licht in der Finsternis

Wie immer in seinem kurzen Leben sah er die positive Seite: Seine Einsätze begannen stets mit einem Gebet, dem sich viele seiner Kameraden anschlossen; der betende Offizier war für seine Kameraden ein Licht in der Finsternis. Aufgrund seines Glaubens fürchtete er auch den Tod nicht, in seinen Tagebuchaufzeichnungen hält er sogar Zwiesprache mit dem Freund „mors“, der den Menschen die unmittelbare Möglichkeit gibt, Gottes Herrlichkeit zu schauen. Er wurde durch einen Lungen- und Leberdurchschuß verwundet und in einer Zeit, da es noch keine Antibiotika gab, sollte er daran bis zu seinem Tod leiden. Erst diese Verletzung machte es ihm möglich, in Wien zu studieren. Bei Amelungia wurde er 1917 rezipiert, und er war den Bundesbrüdern sowohl als Theologiestudent als auch als ein Freund bekannt, der die Geselligkeit liebte und gerne seine Zigarre auf der Bude rauchte.

Der Zusammenbruch der Monarchie brachte Turbulenzen auch im kirchlichen Bereich. Bewährte Strukturen wurden zerstört, fragwürdige an ihre Stelle gesetzt. Es muß für Franz Kern ein unglaublicher Schock gewesen sein, als er vom Austritt des Prämonstratenser-Chorherren Zahradnik aus der Abtei Strahov bei Prag hörte. Er war mit anderen Priestern gemeinsam an der Gründung der eigenständigen tschechischen Nationalkirche beteiligt und reiste landauf landab, um dafür zu werben. Er nahm an einer solchen „Werbeveranstaltung“ in Wien teil, war erschüttert über den Egoismus und Nationalismus dieser Priester und wollte, um den Schaden wiedergutzumachen, in den Prämonstratenserorden in Strahov eintreten.

Den von den Tschechen gesäten Haß wollte er durch Versöhnung überwinden. Er jammerte nicht, sondern wollte selbst in die Bresche springen. In Tschechien in einen Orden einzutreten war für einen Österreicher in dieser Zeit unmöglich, so wählte er das Prämonstratenser-Chorherren-Stift in Geras, da es nur 10 km von der tschechischen Grenze entfernt ist. Dort wurde er zuerst gar nicht genommen, denn spontane Entschlüsse sollen nicht für das gesamte Leben als Ordensmann entscheiden. Für ihn, der eigentlich Weltpriester werden wollte, war es aber ganz klar, daß er stellvertretend für Zahradnik versuchen sollte, das zu tun, was jener nicht tat: als Priester zu wirken, den Glauben zu verbreiten und als Seelsorger zu arbeiten. Viele Gespräche mit den Betreuern des Priesterseminars folgten und bezeugten, daß sein Entschluß ein reiflich überlegter war. 1920 wurde er als Novize in Geras aufgenommen. Er wählte den Ordensnamen Jakob. In Wien setzte er sein Theologiestudium fort und wurde 1922 zum Priester geweiht. Amelungia war dabei stark vertreten.

Als Theologiestudent in Wien, Priester und Ordensmann in Geras, hatte er nicht immer die Möglichkeit, persönlich auf der Bude anwesend zu sein, aber er nutzte die Gelegenheit für briefliche Kontakte mit Bundesbrüdern. Ein treffendes Beispiel fand ich in Geras in Form eines Briefes an seinen Bundesbruder und Priester Alois Christen, der nach dem Krieg in ein Gefängnis in Italien gesperrt war.

Der Heimat treu bleiben

Mit sehr viel Einfühlungsvermögen richtete er den sichtlich Gebrochenen auf, beschwor ihn, nicht im Glauben zu wanken und seiner Heimat Österreich treu zu bleiben. Zum Priester geweiht, widmete er sich mit voller Hingabe der Seelsorge. Überall „kam er gut an“, bei der Jugendseelsorge, beim Beichthören, als Prediger. Er konnte sich in alle Situationen hineindenken, löste unlösbar erscheinende Probleme und schöpfte aus einem grenzenlosen Vorrat an Energien, die in seinem Glauben und seiner innigen Beziehung zu Gott ihren Ursprung hatten. Physisch war er sehr schwach, denn die eiternde Lunge behinderte ihn sehr. Aber er war trotzdem ein fröhlicher Mensch, obwohl er sich - wie Augenzeugen aus einer Jugendgruppe berichten - fallweise in sein Zimmer zurückziehen mußte, um Blut und Eiter zu spucken, wie sich später herausstellte.

Wegen seines Gesundheitszustandes wurde Jakob Kern ein Kuraufenthalt im milden Klima von Meran verordnet. Statt über seine Krankheit zu reden, entwickelte er seelsorgliche Pläne, die er an seinen Abt sandte. Die Kur brachte kurzfristig Besserung, und wieder in Geras, widmete er sich intensivst der Seelsorge. Aber die Wunde wurde immer größer, weitere Operationen folgten, noch im Spital als Schwerstkranker war er als Seelsorger bei den viel gesünderen Patienten tätig. Am 20. Oktober 1924 starb er am Operationstisch.

An diesem Tag hätte Jakob Kern nach 4 Jahren im Orden der Prämonstratenser seine ewigen Gelübde abgelegt. Er legte seine Ordensprofeß bereits im Himmel ab. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung - Amelungen trugen den Sarg zum Grab - wurde er beerdigt. Schon zu Lebzeiten stand er im Ruf der Heiligkeit. Nach seinem Tod begann man vertrauensvoll, ihn als Fürsprecher anzurufen. Er, der ständig mit seiner Lungenverletzung kämpfte, es sich aber nicht anmerken ließ, der die Offizierslaufbahn wählte, um der Heimat zu helfen, obwohl er eigentlich Priester werden wollte, der in einen Orden eintrat, um die Stelle eines Ausgetreten einzunehmen und den Schaden gutzumachen, der als Couleurstudent nicht nur für ernste Theologie, sondern auch für Lebensfreude und Lebensfreundschaft zu haben war, wurde von allen so geschätzt, daß sie ihn als Heiligen betrachteten. Dabei war sein Leben gar nicht so spektakulär, wie man es von Heiligen erwartet. Er ging weder für jemanden anderen in den Tod, noch starb er im Martyrium, noch predigte er zu den Fischen, noch bekehrte er Hunderttausende.

Aber er ersetzte einen abgefallenen Priester, er litt qualvoll an seiner Kriegsverletzung, die er grandios überspielte, und selbst am Totenbett war er noch Seelsorger für seine Mitpatienten. Er zog sich nicht zurück, da er merkte, daß das Ende des Lebens auf Erden kam, sondern er war mitten unter den Menschen, um ihnen beizustehen. Er setzte die ihm gegebenen Talente zur Ehre Gottes optimal ein. 1987 sprach ich in Geras mit einem alten Mann, der in seiner Jugend Jakob Kern als Präses des Reichsbundes erlebte. Er stellte fest, daß Kern ein Priester war, wie es ihn vorher nicht gab und auch nie mehr geben werde. Die Prognose in die Zukunft kann ich als Naturwissenschafter nicht zulassen, aber wenn es in mehr als 50 Jahren seit dem Tod des Amelungen keinen vergleichbaren Priester gab, muß er ein außergewöhnlicher' begnadetem, ja heiliger Mensch gewesen sein. Jakob Kern war schon 1920 in mehreren Ländern zu Hause: Österreich und Südtirol waren selbstverständlich, in Strahov bei Prag hätte er gerne gelebt, aber das ging 1920 nicht. Heute wird viel von der Mobilität und grenzüberschreitenden Aktivitäten gesprochen. Für Jakob Kern war dies alles bereits am Beginn des Jahrhunderts selbstverständlich, obwohl es damals kein Punkt des Regierungsprogrammes war.

Europäer im heutigen Sinn

Er tat dies aus dem Bedürfnis heraus, seiner Berufung als Priester Folge zu leisten, er ging den Weg der Versöhnung über die Staatsgrenzen hinweg. Dadurch wurde er zu einem echten Europäer im heutigem Sinn.

Der Papst hat in letzter Zeit etwa 600 Seligsprechungen vorgenommen. Für manche mag dies unzeitgemäß erscheinen, denn wozu brauchen wir heute noch Heilige? Ja, wir brauchen sie, besonders heute. Sie sollen uns zeigen, daß es viele Menschen gibt, die ihre Berufung zu einem Leben in Gott erkannt und ihren Weg trotz aller Hindernisse konsequent verfolgt haben. Sie sollen ein Vorbild für uns sein, nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, sondern unsere Berufung zu hören und uns mit Begeisterung für Ideale einzusetzen Das „ganz gewöhnliche“ aber doch ganz besondere Leben unseres Cartellbruders führt uns klar vor Augen, daß es auch für einen ganz gewöhnlichen CVer viele Möglichkeiten gibt, aus der Lethargie der Mittelmäßigkeit auszubrechen und Außergewöhnliches zu tun. Ich bin stolz, daß einer von uns, der gern auf der Bude war, der bis in die Nacht auf Konventen diskutierte, der am Couleurbummel am Ring teilnahm, der fern von Wien mit seinen Bundesbrüdern immer in Kontakt blieb, am 21. Juni 1998 im Rahmen der Papstmesse am Heldenplatz zur Ehre der Altäre erhoben werden wird.

Univ.Prof. Dr. Helmuth Horvath



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